ira

Samstag, 19. November 2016
In einer gefährlichen Stimmung: traurig, gekränkt, hungrig, müde und kalt.

[ira]
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Freitag, 29. Mai 2015
Friedenstör
Er piesackt seine Schwester zu Tränen seit er laufen kann. Zweien seiner Söhne hat er den Verstand zerprügelt. Er beleidigt seine Cousinen, bis sie sich strikt weigern, an Familienfesten teilzunehmen, an denen er auftauchen wird. Beim Kaffeetrinken anlässlich der Goldenen Hochzeit seiner Schwester gibt er in die Runde kund, dass diese Schwester gerne einen besseren Mann geheiratet hätte, aber sie habe eben keinen anderen gefunden, der sei haben wollte.
77 Jahre sind genug. Geh sterben, Onkel H.

[ira]
Sonntag, 12. Oktober 2014
Abfuhr
Achtung, eine wichtige Durchsage. Alle Familienväter, die mit mir schlafen wollen, möchten sich bitte unverzüglich dahin begeben, wo der Pfeffer wächst. Es steht am Ausgang ein Bus bereit.

[ira]
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Montag, 9. Juni 2014
Mein Hut mein Stock mein Regenschirm
Gestern Superchristengottesdienst. Sie sind sicher, dass ihr Gott ein guter Gott ist und beten doch die ganze Zeit nur darum, dass er sie segne: 21 Mal das Wort "segnen" gezählt in den Gebeten. Sie beten selbstverständlich nur für sich selbst, jeder für sich selbst. Da widmen am Mikrofon Einser-Abiturienten ihr Leben Jesus – ja, meint ihr, der braucht euer Leben? Widmet es euren Kindern, den Flüchtlingen, den Alten und Kranken, der Musik, der Forschung, den Bienen oder den Modellflugzeugen, von mir aus der Herstellung des besten Schokoladeneises im Viertel! Zack seid ihr gute Menschen! Ein Siebzehnjähriger bekennt, dass er bisher viel Mist gemacht hat (wahrscheinlich was mit Alkohol und nicht jeden Tag an Gott gedacht), und dass er ab sofort Jesus als Vorbild hat. Toll. Nur elf Freunde und dann jung sterben oder was? Sie danken für das "tolle Wetter" und dafür, dass Gott damit ihre Veranstaltung "segne" (22). Sonst nichts zu danken? Sie suchen Gott zu erpressen mit ihrer geschwätzigen Hingabe, eine berichtet, Gott habe ihr geholfen, die Luftmatratze im Keller wiederzufinden, und dabei war die Zeit schon knapp und sie musste los! Sie ist tief dankbar dafür und wünscht sich, dass Gott ihr noch oft helfe und sie segne. Sie reden zu viel, sprechen nur von Jesus und meinen damit doch nur sich selbst und ihr kleines Heil, das ihnen sowieso schon geschenkt ist, so wie sie da in der Sonne sitzen in ihrer kleinen sauberen Welt.

Ihr Kleingeister, ihr selbstverlorenen Angsthasen! Wisst ihr nichts Besseres zu tun, als für Gott Zirkus zu machen und Fußball zu spielen? Lass ihn in Ruhe und beleidigt ihn nicht mit euren Zweifeln, und euren wenigen Worten, die ihr habt, ihr Glaubenskriecher. Hat er euch nicht nach seinem Bilde gemacht? Los, das reicht, ihr könnt einfach leben, ein bisschen Spaß haben an irgendwas, ein paar Leuten helfen, und dann sterben. Fertig, das heißt: Amen.

[ira]
Donnerstag, 15. August 2013
Fallen


Mechanismen, die leise klicken. Nicht einmal Öl ist dran. Das Sehnen so groß? Schäm dich.

Es fehlt alles, was fehlt.

Das Sehen so groß. Nur noch Augen.

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Mittwoch, 24. April 2013
Bombenstimmung
Budget sprengen: auch eine Art, nicht integriert zu sein.

"Frau Hora ist ja gar keine richtige Frau. Eher so ein Mordskerl."

Unterbringung im Dachboden. Eine Art Familie.

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Sonntag, 6. Januar 2013
Langzeitzünder
Gerade war hier die Bombenexplosion zu hören. Great work, guys.

Kekse wegschmeißen, die jemand gebacken und selbst verpackt hat und an der Tür überreicht, einfach weg damit: ein sehr gutes Gefühl.

Die Zeit ist gekommen. Weiträumige Evakuierung.

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Sonntag, 30. September 2012
Hands un frans
Supermarktrosen vier Wochen in der Vase, nun mit frischen Trieben und einer Knospe. Solln ds. Der Frosch ist abgehauen. Dunkellila Kröte, 50.000 W, 99 g/km, okay, noch drei Jahre, aber dann. Verknüterte Strumpfhosen, 10 DEN, irgendwie. Chanel, Seide, Tweed... Einen alten Wein ausgebuddelt, mitten im Sonnenschein. Kann man ohnmächtig werden oder sehr zufrieden. Wieder einer, der Geschichten von Titten und Ficken, von Begehren und Hach adressiert. Und von der unleidlichen, kranken und den Gonaden uninteressant gewordenen Frau, der die Liebe gehört, ganz gewiss und unverändert. Klar jewesn. Sie werden mich zum Fotografen schicken, sagen sie. Immer schön mitschwimmen. Weihnachtswunsch: Augenhöhe und warme Hände.
Nein. Nein. Auch nein. Vielleicht. Vielleicht nicht.

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Donnerstag, 9. Februar 2012
Abgeschlossenes Studium der Wirtschaftswissenschaften, na klar, und Rasenmäherschein
Kann man sich auf eine Stelle bewerben, deren Ausschreibung endet mit "Wollen Sie Gas geben und durchstarten?"? Ach nö, eigentlich nicht, so müsste der Betreff des Anschreibens lauten, in fetten Kapitälchen (kursiv und unterstrichen natürlich). Ich will Blumen gießen und  Se  meine Ruhe haben. Statt dessen sich wieder fügen (nicht: formen!), Interesse bekunden, das ja nicht einmal nur gelogen ist. Arschkriechen, Arschlecken. Arschkrampen. Entschuldigung, aber mir geht dieses Dealen ums ach so nötige Geld auf die Eyer.

Wenigstens sind heute Nacht ein paar gefrorene Wölkchen auf die Treppe gerieselt. Man kann die wegpusten, wegwedeln. Muster wedeln, während es noch dunkel ist. Wenn ihr wüsstet, ihr Ärzte und Finanzheinis.

[ira]
Dienstag, 13. Dezember 2011
Fehlgriff
Der neue Job ist ein Griff in die Quatsch- und Gerümpelkiste. Der Pudel ist nur ein hässlicher Kern, wer hätte das gedacht. Nun gilt es, den Ball flach zu halten, noch ein paar Gehälter mitzunehmen, und sine ira et studio etwas Neues zu organisieren. Vielleicht etwas Kleines, etwas Nahes oder Fernes, vielleicht nur einfach Arbeit oder einen großen Traum. Etwas, das sich freut, wenn ich es tue, und etwas, was mich auch freut.

[ira]
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