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Sonntag, 12. Oktober 2014
Abfuhr
Achtung, eine wichtige Durchsage. Alle Familienväter, die mit mir schlafen wollen, möchten sich bitte unverzüglich dahin begeben, wo der Pfeffer wächst. Es steht am Ausgang ein Bus bereit.

[ira]
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Montag, 6. Oktober 2014
somewhat different


Seit einem guten Jahr gibt es kein Licht im Flur und das war nicht weiter bemerkenswert, bis heute die Sonne aufging, in einem anderen Haus.

Montag, 29. September 2014
Denen der Rest schon gegeben ist
Ein Gnadenhof für Stechmücken: meine Küche. Sie kommen abends todmüde herein, taumeln schwach irgendwo in der Nähe des Lichts herum, nähern sich tiefer surrend. Eine Handbewegung, und sie sind verscheucht. Dann sitzen sie eine Nacht lang am selben Fleck.
Diese müssen nicht mehr zerschmettert werden. Sie fallen friedlich von den Wänden.

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Dienstag, 9. September 2014
Serenissima


Der Dialekt der Rindviecher.

Schräge Pfeiler der Sechziger, wir touchieren dich morgens.

Das Angebot "Spieß Hahnchenfilet mit Bratwurst" ausschlagen. Sich des Sieges des Vielen über das Gute schämen – so ein Quatsch, aber isso.

Du verstehst die Zahlen und sagst Guten Morgen in der Landessprache, und sofort vermuten sie, dass du sie auch sprechen kannst. Das Italienisch der Opern, ja. Lasciate mi morire. Perche no? Perche non voglio. Ti vuol la fronte incoronar di rose. Da lachen die alten Damen und wie schön sie sind mit ihren Röcken und Strickjacken.

Ich sah dich ja im Traume. Er ging neben mir, er legte seine Hand kaum spürbar auf meine Schulter. Wir gingen auf grauem Grund ohne Sonnenschein. Sein Kuss auf die Grube zwischen Hals und Schlüsselbein war warm. Kein Wort, kein Trost, keine Heilung, nichts, aber alles Wirklichkeit. Wir gingen zu zweien. Genug. Es war ein Traum.

Drei Stunden nur, und verloren an die Serenissima. Klar jewesn.

Es war kein Traum im Traum.

Freitag, 22. August 2014
Mitten wir im Leben sind
Hamburg, Sie sind gestern wieder einmal geadelt worden.

Es kam vor ein paar Jahren ein junger Mensch herunter. Er sah gestern die Weltwirtschaft, die Kreuzfahrt, den Müll, die Marine, die Stiefel und Helme der Arbeiter, die Kanzel und den Stuck im Michel, das Turmtreppenhaus, die Hafencity mit ihren Glasscheiben, ein Kaufmannshaus von 1700, Fleete, Touristen und Japaner, das Karo des Hanseatensakkos, eine Fontäne mit Regenbogen, Hotels, Türen und Fahrpläne. Und als er nach sechs Stunden des Fahrens, Steigens, Gehens, Staunens, Wunderns, Hörens und Verachtens, als er gloriam vanitatemque der Guccis, Diors und La Perlas mit seinem kleinen Elsterherzen, das doch ganz eines Robin Hood würdig wäre, geschaut hatte, da sagte er: Hier ist es fast so wie in Paris.

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